Forschung

In unserer auf Wettbewerb, Macht, Geld, Privilegien und Anerkennung angelegten Gesellschaft wünschen wir uns in Paarbeziehungen oft das, was wir im Alltag andernorts vermissen: Entlastung vom Leistungsdruck, Zeit füreinander, Geborgenheit und emotionale Sicherheit. Die Spielräume, das Leben zu zweit zu gestalten, sind heute groß. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften, das Zusammenleben ohne Trauschein, eine Entscheidung zu zweit Karriere zu machen, oder in einer langlebigen Beziehung, keine Kinder zu bekommen. Alles ist möglich. Die PartnerInnen müssen sich nur einig sein.

Jede Form des Zusammenlebens erfordert deshalb ein gemeinsames Suchen nach der für beide richtigen Balance zwischen Nähe und Distanz, Arbeit und Freizeit sowie eigenen und gemeinsamen Vorhaben. Zwei in unterschiedlichen Biographien entstandenen Sets von Lebensmustern und –visionen lassen sich in Paarbeziehungen nicht immer mühelos zu einem gemeinsamen Leben zusammenfügen. Vor diesem Hintergrund habe ich in den letzten Jahren zur Lebensgestaltung von Paaren geforscht. Dabei standen immer heterosexuelle Paare im Mittelpunkt.

Wege in die (leibliche) Elternschaft. Konsens- und Dissensmanagement aus paardynamischer Sicht

Junge Frauen und Männer sind heute weniger strikt als etwa noch vor zwei Generationen auf ein Lebensprogramm für Paare festgelegt, das auch Kinder einschließt. Sie stehen vielmehr vor der Herausforderung, ihr Leben selbst zu steuern und Verantwortung für ihren Lebensverlauf zu übernehmen. Dies gilt auch in Bezug auf die Kinderfrage. Wie aber bewältigen sie diese Aufgabe?
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Karriereverläufe von Frauen in Paarbeziehungen. Paardynamiken und institutionelle Rahmungen

Während viele Untersuchungen die divergierenden Ausbildungswege der Geschlechter und die Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt in den Mittelpunkt ihrer Forschung zu Frauenkarrieren rückten, befassten wir uns mit der Bedeutung der Paarbeziehungen, in denen Frauen leben, für ihre berufliche Entwicklung. Da Frauen mit hohen beruflichen Ambitionen in Paarbeziehungen fast immer mit Männern liiert sind, die ebensolche Ambitionen haben, stehen die hochqualifizierten Frauen und ihre Partner fast immer vor der Frage, wie sie zwei Karrieren mit einem befriedigenden Privatleben verbinden können. Auf Kinder wollten die wenigsten verzichten.
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