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Exposé zum Sachbuch: Eigentlich passt ein Kind nie. Wie Paare mit der Kinderfrage umgehen (Arbeitstitel)

Titel

Mit dem Titel „Eigentlich passt ein Kind nie“ greife ich einen Satz auf, der in den biografischen Interviews, die meine Mitarbeiterinnen und ich im Rahmen eines Forschungsprojektes führten, häufiger fiel. Auch eine aktuelle repräsentative Befragung bezeugt, wie verbreitet diese Einschätzung ist: 63 Prozent aller Frauen glauben, dass es den richtigen Zeitpunkt für ein Kind nie gibt.

Fragestellung des Buches

Die großen Versprechen unserer Zeit, Freiheit und Selbstentfaltung, wecken Phantasien von Selbstbestimmung und einer Fülle von Lebensoptionen. Wie aber passen die Visionen jedes einzelnen dann in ein Leben zu zweit und wie passt dort ein Kind hinein? Wie gehen Paare heute mit der Kinderfrage um? Wie wird aus einer gemeinsam gelebten Gegenwart eine gemeinsame Zukunft mit Kind? Diesen Fragen wird hier auf der Basis biographischer Interviews mit Frauen und Männern nachgegangen, die gerade Eltern geworden sind.

Alleinstellungsmerkmal

Ich sehe die Stärke meines Buches darin, dass es auf über vierzig Erzählungen von Eltern(teilen) über ihren Weg zum Kind beruht. Ich bin mir sicher, dass derzeit niemand außer meinen Mitarbeiterinnen und mir in dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt „Wege in die (leibliche) Elternschaft“ über solch aufschlussreiches empirisches Material zu den paarinternen Prozessen auf dem Weg in die Elternschaft verfügt. Ich bereite dieses Material in meinem Buch allgemeinverständlich und ansprechend auf.

Meine Absicht

Nachdem mehrere Fachartikel zum Forschungsprojekt „Wege in die (leibliche) Elternschaft“ auf den Weg gebracht sind, möchte ich einige Ergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit in Buchform zugänglich machen.

Das Buch kann und will seinen Leser_innen keine maßgeschneiderten Lösungen für die Beantwortung der Kinderfrage anbieten. Durch seine lebendige Darstellung kann es aber an vielen Beispielen zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, mit der Kinderfrage umzugehen. Es plädiert für einen möglichst offenen Dialog von Partnern auch über ihre möglicherweise zwiespältigen Haltungen, Ängste und Unsicherheiten.

Meine Zielgruppe

Meine Zielgruppe sind in erster Linie Frauen und Männer zwischen 18 und 45 Jahren, die gerade selbst mit der Kinderfrage konfrontiert sind, diese Frage auf sich zukommen sehen oder im Rückblick nach der Geburt eines Kindes noch einmal reflektieren möchten. Vermutlich sind Frauen die ersten, die sich für ein Buch über die Abstimmung der Kinderfrage in Paarbeziehungen interessieren. Nach unseren Erkenntnissen sind sie es nämlich auch, die die Kinderfrage in Paarbeziehungen aufbringen und klären wollen. Viele Paare tun sich schwer, entsprechende Zwiegespräche zu führen. Noch schwerer fällt ihnen oft, andere Personen zu Rate zu ziehen. In dieser selbstgeschaffenen Isolation kann ihnen das Buch zeigen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine stehen.

Eine weitere Zielgruppe sehe ich in Personengruppen, die die genannten Paare privat oder beruflich beraten oder medizinisch auf dem Weg in die Elternschaft begleiten.

Warum schreibe gerade ich dieses Buch?

Als Familien-, Paar- und Genderforscherin habe ich mich in den letzten sieben Jahren intensiv mit der Dynamik von Paarbeziehungen befasst, mehrere Jahre mit Karriereentscheidungen in Paarbeziehung und dann mit den Wegen von Paaren in die Elternschaft. Insofern betrachte ich mich als einschlägige Expertin was Abstimmungsprozesse in Paarbeziehungen betrifft. Hinzu kommt, dass ich sicher bin, dass viele unserer Ergebnisse für alle von Interesse sind, die sich gerade selbst mit der Kinderfrage befassen (müssen).

Entwicklungsstand des Buches und möglicher Abgabetermin für das Manuskript

Es liegen 42 transkribierte Gespräche mit Eltern(teilen) vor, dazu von sechs Elternpaaren auch Paarinterviews. Zu allen Paaren gibt es zumindest grobe, oft aber schon sehr detaillierte Fallanalysen.

Konkret für das Buch „Eigentlich passt ein Kind nie“ habe ich eine Gliederung erstellt, eine Einführung (Kapitel 1) und das Kapitel 6 „Wenn Uneinigkeit in der Kinderfrage besteht. Was dann?“ fertiggestellt. Im Mai 2018 wird das druckfertige Manuskript vorliegen. Es wird ca. 250 Normseiten umfassen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Einführung
  2. Selbstverständlich Kinder!
  3. Kurzfristig gewünscht, zu spät bedacht
  4. Das wollten wir so nicht. Elternschaft nach Verhütungsfehlern
  5. Elternschaft in offenen Beziehungswelten
  6. Wenn Uneinigkeit in der Kinderfrage besteht. Was dann?
  7. Kinder als Auftrag oder Gabe Gottes zulassen
  8. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen (Arbeitstitel)
  9. Literaturverzeichnis

 Marktsituation und Mitbewerber

Mein Buch verorte ich im Schnittpunkt zweier Themenfelder:

  • Paare, ihre Lebensplanung und die Bewältigung von Konflikten
  • Das Erleben von Verhütung, Zeugung, Schwangerschaft und Reproduktionsmedizin in Paarbeziehungen.

Um das Angebot an Sachbüchern zum Thema Wege in die Elternschaft zu recherchieren, habe ich das Angebot auf amazon, aber auch die Regale zu diesen Themenfeldern in einer großen Münchener Buchhandlung durchforstet. Ich habe in den beiden Themenfeldern einige Ratgeber und berührende oder amüsante Erfahrungsberichte gefunden, aber kein auf einer empirischen Studie beruhendes Sachbuch zu den Wegen in die Elternschaft.

Über die Autorin

Dr. habil. Waltraud Cornelißen, Jahrgang 1949, verheiratet, zwei erwachsene Kinder, drei Enkelkinder, studierte nach einer Lehrerausbildung mit erstem und zweitem Staatsexamen Soziologie an der Universität Duisburg –Essen. Sie promovierte dort und habilitierte sich später an der Universität in Oldenburg. Ihr langjähriger Forschungsschwerpunkt, der sie als Soziologin nach Hannover ans Institut Frau und Gesellschaft und später nach München ans Deutsche Jugendinstitut führte, ist die Geschlechterforschung. In den letzten Jahren arbeitete sie insbesondere zu den Lebensentwürfen junger Frauen und Männer und zu Abstimmungsprozessen in Paarbeziehungen.

Im März 2014 übernahm sie am Deutschen Jugendinstitut in München die Leitung des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes „Wege in die (leibliche) Elternschaft“. Dieses Forschungsprojekt wurde im Mai 2016 offiziell abgeschlossen. Um Ergebnisse aus dem oben genannten Projekt auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen, arbeitet sie jetzt an einem Buch mit dem (Arbeits-)Titel: „Eigentlich passt ein Kind nie“.

Dr. Waltraud Cornelißen hat bereits viele wissenschaftliche Bücher, Beiträge zu Sammelbänden und Artikel für Fachzeitschriften publiziert (vgl. http://w-cornelissen.de ) und bis heute zahlreiche Vorträge gehalten.

Ausgewählte einschlägige wissenschaftliche Publikationen aus den letzten Jahren

Cornelißen, Waltraud/Buschmeyer, Anna (in Vorbereitung): Der lange Weg zur ‚guten‘ Schwangerschaft. Über das paarinterne Management von Dissens um die Kinderfrage in Paarbeziehungen und die Relevanz von Geschlecht in diesem Prozess (bei der Zeitschrift GENDER im Begutachtungsverfahren)

Cornelißen, Waltraud (2016): Das Timing von Kindern. Relationale Praktiken in spätmodernen Beziehungswelten, in: Journal für Psychologie 24. Jg., 2016, Heft 1. Online unter: http://www.journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/396/432

Bathmann, Nina/Cornelißen Waltraud (2013): Die private Seite von Frauen- und Männerkarrieren, in: Zeitschrift für Sozialisation und Erziehung (ZSE), 4/2013, 350 – 364

Bathmann, Nina/Cornelißen, Waltraud/Müller, Dagmar (2013): Gemeinsam zum Erfolg? Berufliche Karrieren von Frauen in Paarbeziehungen, herausgegeben vom Deutschen Jugendinstitut e.V., Wiesbaden Springer VS

Cornelißen, Waltraud/Bathmann, Nina (2013): Doppelkarrierepaare – gleichgestellt oder doch nur in der „Illusion der Emanzipation“?, in: Krüger, Dorothea et al. (Hrsg.): Familie(n) heute. Entwicklungen, Kontroversen, Prognosen, Weinheim Beltz Juventa: 304 – 323

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